Inhalt
- Was ist ein Forward-Aufschlag?
- Warum verlangen Banken einen Aufschlag?
- Wie wird der Forward-Aufschlag berechnet?
- Was beeinflusst die Höhe des Aufschlags?
- Zahlen Sie den Aufschlag schon vor der Auszahlung?
- Wann rechnet sich der Aufschlag?
- Warum wirkt der Aufschlag über die ganze Zinsbindung?
- Wie vergleichen Sie Forward-Angebote richtig?
- Gibt es Alternativen zum Aufschlag?
- Wie kann ein Baufinanzierer helfen?
Der Forward-Aufschlag ist der Preis dafür, dass Ihnen eine Bank heute einen Zins für ein Darlehen zusagt, das sie erst in einigen Monaten oder Jahren auszahlt. Er wird auf den Zins für ein sofort ausgezahltes Darlehen aufgeschlagen, steigt in der Regel mit der Vorlaufzeit und gilt für die gesamte neue Zinsbindung. Er rechnet sich nur, wenn die Zinsen bis zur Auszahlung stärker steigen, als der Aufschlag ausmacht.
Was ist ein Forward-Aufschlag?
Der Forward-Aufschlag ist ein Zuschlag auf den Zinssatz, den die Bank für ein sofort ausgezahltes Darlehen verlangen würde. Sie zahlen ihn dafür, dass die Bank Ihnen den Zins schon heute für eine Auszahlung in der Zukunft zusagt. Der Aufschlag gilt für die gesamte neue Zinsbindung.
Ein einfaches Bild hilft: Der Aufschlag funktioniert wie eine Versicherungsprämie gegen steigende Zinsen. Steigen die Zinsen, sind Sie geschützt. Steigen sie nicht, haben Sie die Prämie trotzdem bezahlt.
Warum verlangen Banken einen Aufschlag?
Die Bank geht mit einem Forward-Darlehen eine Verpflichtung ein, deren Wert sich bis zur Auszahlung ändern kann. Sie muss sich gegen das Risiko absichern, dass die Zinsen bis dahin steigen und sie Ihnen dann günstiger Geld gibt, als es der Markt hergibt.
Für diese Absicherung entstehen der Bank Kosten. Je weiter die Auszahlung in der Zukunft liegt, desto größer ist die Unsicherheit und desto teurer die Absicherung. Diese Kosten gibt sie über den Aufschlag an Sie weiter.
Wie wird der Forward-Aufschlag berechnet?
Die meisten Banken berechnen den Aufschlag abhängig von der Vorlaufzeit, also der Zeit zwischen Vertragsschluss und Auszahlung. Häufig wird er je Monat der Vorlaufzeit festgelegt und zum Zins für ein sofort ausgezahltes Darlehen addiert. Manche Banken gewähren eine gewisse Vorlaufzeit ohne Aufschlag und berechnen ihn erst danach.
Die Berechnungsweise unterscheidet sich von Bank zu Bank. Bei einigen wächst der Aufschlag gleichmäßig mit der Vorlaufzeit, bei anderen in Stufen. Für Sie zählt am Ende nur der Zins, der im Angebot steht.
Im Angebot sehen Sie den Aufschlag oft nicht als eigene Zeile. Er steckt im vereinbarten Sollzins und im effektiven Jahreszins. Um ihn zu erkennen, fragen Sie dieselbe Bank nach dem Zins für ein sofort ausgezahltes Darlehen mit gleichen Eckdaten. Die Differenz zum Forward-Zins ist der Aufschlag.
Was beeinflusst die Höhe des Aufschlags?
| Faktor | Wirkung |
|---|---|
| Vorlaufzeit | je länger, desto höher in der Regel der Aufschlag |
| Zinsbindung des neuen Darlehens | beeinflusst den Grundzins, auf den der Aufschlag kommt |
| Kalkulation der Bank | Banken sichern sich unterschiedlich ab und preisen unterschiedlich |
| Marktumfeld | die Kosten der Absicherung ändern sich mit der Lage am Kapitalmarkt |
Der Aufschlag ist also kein fester Wert, sondern Teil des Angebots. Ein Vergleich mehrerer Banken lohnt sich deshalb auch beim Forward-Darlehen.
Zahlen Sie den Aufschlag schon vor der Auszahlung?
Nein. Der Aufschlag ist kein Betrag, den Sie vorab überweisen. Er steckt im vereinbarten Sollzins und wirkt sich erst ab der Auszahlung über die gesamte Zinsbindung auf Ihre Rate aus.
Bis zur Auszahlung zahlen Sie weiter die Rate Ihres bestehenden Darlehens zum alten Zins. Bereitstellungszinsen fallen bei einem Forward-Darlehen bis zum vereinbarten Auszahlungstermin in der Regel nicht an. Prüfen Sie das im Angebot trotzdem nach, denn die Bedingungen unterscheiden sich.
Wann rechnet sich der Aufschlag?
Er rechnet sich, wenn der Marktzins bis zum Auszahlungstermin stärker steigt, als der Aufschlag ausmacht. Bleiben die Zinsen gleich oder sinken sie, haben Sie für eine Absicherung gezahlt, die Sie nicht gebraucht haben.
So machen Sie sich die Schwelle klar:
- Nehmen Sie den Zins eines sofort ausgezahlten Darlehens als Vergleichsgröße.
- Ermitteln Sie den Zins des Forward-Darlehens.
- Die Differenz ist der Aufschlag. Um mindestens diesen Wert müsste der Marktzins bis zur Auszahlung steigen, damit sich das Forward-Darlehen lohnt.
- Fragen Sie sich, ob Sie einen solchen Anstieg für wahrscheinlich halten und welche Rate Ihr Budget bei einem stärkeren Anstieg noch tragen würde.
Wie sich die Zinsen entwickeln, weiß niemand verlässlich. Die Rechnung zeigt Ihnen deshalb nicht, ob Sie gewinnen, sondern wie viel Sie für die Sicherheit bezahlen.
Warum wirkt der Aufschlag über die ganze Zinsbindung?
Der Aufschlag erhöht den Sollzins für den gesamten Zeitraum der neuen Zinsbindung, nicht nur für ein Jahr. Bei einer langen Zinsbindung und einer hohen Restschuld summiert sich ein kleiner Aufschlag deshalb über viele Jahre.
Umgekehrt wirkt auch der Schutz über die gesamte Zinsbindung. Steigen die Zinsen bis zur Auszahlung deutlich, sparen Sie den Unterschied ebenfalls über viele Jahre. Die Länge der Zinsbindung verstärkt also beide Seiten: Kosten und Nutzen.
Wie vergleichen Sie Forward-Angebote richtig?
Vergleichen Sie Angebote nur mit denselben Eckdaten: gleicher Auszahlungstermin, gleiche Zinsbindung, gleiche Tilgung, gleiche Sondertilgungsrechte. Maßgeblich ist der effektive Jahreszins, den die Bank nach der Preisangabenverordnung angeben muss.
Achten Sie außerdem auf diese Punkte:
- Vorlaufzeit: Passt der Auszahlungstermin genau zum Ende Ihrer bisherigen Zinsbindung?
- Bedingungen bis zur Auszahlung: Welche Pflichten haben Sie bis dahin, etwa zur Vorlage von Unterlagen?
- Nichtabnahme: Was kostet es, wenn Sie das Darlehen nicht abnehmen?
- Widerruf: Bis wann können Sie den Vertrag nach § 495 BGB widerrufen?
Ein Forward-Darlehen ist ein verbindlicher Vertrag. Nach Ablauf der Widerrufsfrist müssen Sie es zum vereinbarten Termin abnehmen, auch wenn die Zinsen bis dahin gesunken sind.
Gibt es Alternativen zum Aufschlag?
Wenn Ihnen der Aufschlag zu hoch erscheint, gibt es andere Wege:
- Kürzere Vorlaufzeit: Ein späterer Abschluss senkt den Aufschlag, verkürzt aber den Schutz.
- Abwarten: Sie sparen den Aufschlag und tragen das Zinsrisiko selbst.
- Teilabsicherung: Bei manchen Banken lässt sich nur ein Teil der Restschuld über ein Forward-Darlehen absichern.
- Restschuld senken: Sondertilgungen verringern den Betrag, der überhaupt abgesichert werden muss.
Wie kann ein Baufinanzierer helfen?
Ein Baufinanzierer kann Forward-Angebote mehrerer Banken mit unterschiedlichen Vorlaufzeiten vergleichen und Ihnen zeigen, wie hoch der Aufschlag im Einzelfall ist. Er rechnet aus, ab welchem Zinsanstieg sich die Absicherung lohnt und wie sich verschiedene Szenarien auf Ihre Rate auswirken.
Achten Sie bei der Auswahl auf die Erlaubnis nach § 34i GewO. Die Entscheidung, wie viel Ihnen die Sicherheit wert ist, bleibt bei Ihnen.
Häufige Fragen
Was ist ein Forward-Aufschlag?
Der Forward-Aufschlag ist ein Zuschlag auf den Zinssatz, den die Bank für ein sofort ausgezahltes Darlehen verlangen würde. Sie zahlt ihn dafür, dass sie Ihnen den Zins schon heute für eine Auszahlung in der Zukunft zusagt. Der Aufschlag gilt für die gesamte neue Zinsbindung.
Wovon hängt die Höhe des Forward-Aufschlags ab?
Vor allem von der Vorlaufzeit, also der Zeit zwischen Vertragsschluss und Auszahlung. Je länger sie ist, desto höher fällt der Aufschlag in der Regel aus. Wie die Bank ihn genau berechnet, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.
Zahle ich den Forward-Aufschlag schon vor der Auszahlung?
Nein. Der Aufschlag ist kein Betrag, den Sie vorab überweisen. Er steckt im vereinbarten Sollzins und wirkt sich erst ab der Auszahlung über die gesamte Zinsbindung auf Ihre Rate aus.
Wann rechnet sich der Forward-Aufschlag?
Er rechnet sich, wenn der Marktzins bis zum Auszahlungstermin stärker steigt, als der Aufschlag ausmacht. Bleiben die Zinsen gleich oder sinken sie, haben Sie für eine Absicherung gezahlt, die Sie nicht gebraucht haben.
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