Inhalt
- Wer ermittelt die Bodenrichtwerte in Nürnberg?
- Wie rufen Sie den Bodenrichtwert in Nürnberg ab?
- Wie haben sich die Bodenrichtwerte 2026 entwickelt?
- Worauf müssen Sie beim Lesen des Richtwerts achten?
- Was wurde 2025 für Häuser und Wohnungen bezahlt?
- Welche Stadtteile hat Nürnberg?
- Wie unterscheiden sich die Bezirke bei Preisen und Mieten?
- Was zeigt der Bankenbericht zum Nürnberger Wohnungsmarkt?
- Welche Kaufnebenkosten fallen in Nürnberg an?
- Was heißt das für Ihre Finanzierung in Nürnberg?
Den Bodenrichtwert für ein Grundstück in Nürnberg erhalten Sie beim Amt für Geoinformation und Bodenordnung der Stadt, als Einzelauskunft für 35 Euro je Objekt und Stichtag. Die aktuelle Bodenrichtwertkarte zum Stichtag 1. Januar 2026 hat der Gutachterausschuss am 9. April 2026 veröffentlicht: Für Ein- und Zweifamilienhäuser reichen die Werte von 210 bis 1.500 Euro je Quadratmeter, für Geschosswohnungsbau von 570 bis 3.300 Euro. Bestandswohnungen wurden 2025 zu 1.800 bis 6.800 Euro je Quadratmeter verkauft.
Wer ermittelt die Bodenrichtwerte in Nürnberg?
Zuständig ist der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der kreisfreien Stadt Nürnberg. Seine Geschäftsstelle sitzt am Bauhof 5. Der Ausschuss wertet die Kaufverträge aus, die Notare ihm nach § 195 BauGB in Abschrift schicken, und leitet daraus nach § 196 BauGB die Bodenrichtwerte ab.
In Bayern werden die Richtwerte alle zwei Jahre ermittelt, in Jahren mit gerader Jahreszahl. Seit 2022 gilt der Stichtag 1. Januar, bis 2020 war es der 31. Dezember. Abfragen lassen sich in Nürnberg Werte ab dem Stichtag 31. Dezember 2002. Für Fragen der Erbschaft- und Schenkungsteuer gibt es zusätzlich Werte zum Stichtag 1. Januar 1996.
Wie rufen Sie den Bodenrichtwert in Nürnberg ab?
Nürnberg führt seine Bodenrichtwerte in einem eigenen Auskunftssystem. Es gibt drei Wege:
- Einzelauskunft: 35 Euro je Objekt und Stichtag. Sie beantragen sie über das Online-Formular der Stadt oder schriftlich.
- Online-Dauerauskunft: unbegrenzter Zugang für alle, die häufig Werte brauchen, etwa Sachverständige oder Makler.
- Bodenrichtwertkarte: das ganze Stadtgebiet auf 9 Blättern für 350 Euro.
Für einen einzelnen Kauf reicht in der Regel die Einzelauskunft. Achten Sie darauf, den richtigen Stichtag zu bestellen: Für eine Kaufentscheidung zählt der aktuelle Wert zum 1. Januar 2026, für steuerliche Fragen kann ein älterer Stichtag nötig sein.
Wie haben sich die Bodenrichtwerte 2026 entwickelt?
Die Bodenrichtwertkarte 2026 umfasst 1.262 Zonen. Laut Stadt Nürnberg zeigt sie gegenüber 2024 diese Spannen und Veränderungen:
| Nutzung | Spanne je m² | Veränderung zu 2024 |
|---|---|---|
| Ein- und Zweifamilienhäuser | 210 bis 1.500 € | minus 7 Prozent |
| Mehrgeschossiger Wohnungsbau | 570 bis 3.300 € | plus 4 Prozent |
| Gewerbe | 90 bis 480 € | plus 5 Prozent |
Bemerkenswert ist der Rückgang bei Bauland für Ein- und Zweifamilienhäuser. Wer ein Haus mit Garten kaufen möchte, findet 2026 also niedrigere Richtwerte vor als zwei Jahre zuvor. Die Spannen sind allerdings sehr weit. Den Wert für Ihre Lage erfahren Sie nur über die Zone, in der das Grundstück liegt.
Worauf müssen Sie beim Lesen des Richtwerts achten?
Ein Bodenrichtwert ist ein Durchschnitt für eine ganze Zone. Er beschreibt ein gedachtes, unbebautes Grundstück mit typischen Merkmalen. Ihr Grundstück kann davon abweichen:
- Bauliche Ausnutzung: Darf dichter gebaut werden als beim Richtwertgrundstück, steigt in der Regel der Bodenwert je Quadratmeter.
- Größe und Zuschnitt: Sehr große, schmale oder verwinkelte Grundstücke werden anders bewertet.
- Erschließung: Prüfen Sie, ob der Wert erschließungsbeitragsfrei gilt und ob noch Beiträge offen sind.
- Bebauung: Bei einem Haus kommt der Wert des Gebäudes hinzu, der von Baujahr, Zustand und Energiestandard abhängt.
Der Richtwert hilft Ihnen, den Bodenanteil eines Angebots grob einzuschätzen. Einen Verkehrswert ersetzt er nicht.
Was wurde 2025 für Häuser und Wohnungen bezahlt?
Der Grundstücksmarktbericht 2025 beruht auf den tatsächlich beurkundeten Verträgen. 2025 wurden 5.621 Transaktionen gezählt, nach 4.666 im Vorjahr. Der Geldumsatz stieg auf rund 2,4 Milliarden Euro, davon entfielen rund 1,8 Milliarden Euro auf Wohnimmobilien. Viele der verkauften Neubauwohnungen waren 1-Zimmer-Appartements. Die Stadt nennt folgende Preise:
| Objektart | Kaufpreise 2025 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Bestandswohnung | 1.800 bis 6.800 € je m² | plus 4 Prozent |
| Neubauwohnung | 4.600 bis 9.500 € je m² | plus 2 Prozent |
| Freistehendes Einfamilienhaus | 390.000 bis 1.200.000 € | minus 3 Prozent |
| Doppel- und Reihenhaus | 360.000 bis 740.000 € | plus 2 Prozent |
| Mehrfamilienhaus | 780.000 bis 2.300.000 € | plus 6 Prozent |
Bei unbebauten Grundstücken stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 4 Prozent, für mehrgeschossigen Wohnungsbau um 9 Prozent. Nach dem Rückgang 2022 und 2023 stabilisieren sich die Preise laut Gutachterausschuss insgesamt wieder.
Die ausführlichen Auswertungen zu unbebauten und bebauten Grundstücken, Wohnungseigentum und Stellplätzen stehen im vollständigen Bericht. Er kostet 60 Euro und wird beim Amt für Geoinformation und Bodenordnung bestellt.
Welche Stadtteile hat Nürnberg?
Nürnberg ist für die Statistik in 10 statistische Stadtteile und 87 statistische Bezirke gegliedert. Diese Einteilung hilft, Angebote und Richtwertzonen einzuordnen:
| Statistischer Stadtteil | Statistische Bezirke (Auswahl) |
|---|---|
| 0 Altstadt und engere Innenstadt | St. Lorenz, St. Sebald, Marienvorstadt, Tafelhof, Gostenhof, Himpfelshof, St. Johannis, Pirckheimerstraße, Wöhrd |
| 1 Weiterer Innenstadtgürtel Süd | Ludwigsfeld, Glockenhof, Guntherstraße, Galgenhof, Hummelstein, Gugelstraße, Steinbühl, Gibitzenhof, Sandreuth, Schweinau |
| 2 Weiterer Innenstadtgürtel West, Nord, Ost | St. Leonhard, Sündersbühl, Bärenschanze, Sandberg, Bielingplatz, Uhlandstraße, Maxfeld, Veilhof, Tullnau, Gleißhammer |
| 3 Südöstliche Außenstadt | Dutzendteich, Altenfurt Nord, Altenfurt/Moorenbrunn |
| 4 Südliche Außenstadt | Gartenstadt, Werderau, Maiach, Katzwang/Reichelsdorf, Kornburg/Worzeldorf |
| 5 Südwestliche Außenstadt | Hohe Marter, Krottenbach/Mühlhof |
| 6 Westliche Außenstadt | Großreuth bei Schweinau, Gaismannshof, Höfen, Eberhardshof, Muggenhof |
| 7 Nordwestliche Außenstadt | Westfriedhof, Schniegling, Wetzendorf, Buch, Thon, Almoshof, Kraftshof, Neunhof, Großgründlach |
| 8 Nordöstliche Außenstadt | Schleifweg, Schoppershof, Schafhof, Marienberg, Ziegelstein |
| 9 Östliche Außenstadt | St. Jobst, Erlenstegen, Mögeldorf, Zerzabelshof, Brunn |
Bodenrichtwerte oder Kaufpreise in Euro je Stadtteil veröffentlicht die Stadt nicht frei. Die Spannen der Bodenrichtwertkarte reichen von 210 bis 3.300 Euro je Quadratmeter Wohnbauland, das zeigt, wie stark die Lagen auseinanderliegen. Fragen Sie deshalb immer den Wert der konkreten Zone ab.
Wie unterscheiden sich die Bezirke bei Preisen und Mieten?
Die Wohnungsmarktbeobachtung 2025 der Stadt vom 16. Juli 2026 ordnet die Bezirke anhand der Angebotsmieten ein, also der Mieten aus Inseraten. Der gesamtstädtische Durchschnitt liegt dort bei 11,23 Euro je Quadratmeter (S. 74). Kaufpreise nach Bezirken enthält der Bericht nicht, er zeigt aber eine Wohnlagenkarte auf Basis der Bodenwerte (S. 47).
| Lage | Bezirke laut Bericht | Seite |
|---|---|---|
| Hohe Miet- und Kaufpreise | Quartiere nördlich und östlich der Altstadt | S. 67 |
| Angebotsmieten unter dem Mittel, Innenstadt | Glockenhof, Guntherstraße, Galgenhof, Hummelstein, Gugelstraße, Steinbühl, Gibitzenhof | S. 67 |
| Höchste Angebotsmieten der Mehrfamilienhausquartiere | St. Jobst, danach Muggenhof | S. 74 |
| Angebotsmieten unter 11 Euro je m² | Schniegling, Werderau, Hohe Marter, Großreuth, Schleifweg, Schafhof, Schoppershof | S. 74 |
| Niedrigstes Mietniveau der Mehrfamilienhausquartiere | Dianastraße | S. 74 |
| Angebotsmieten über dem Mittel, Einfamilienhausquartiere | Thon, Gaismannshof, Erlenstegen, Schmausenbuckstraße, Marienberg, Krottenbach/Mühlhof, Altenfurt/Moorenbrunn | S. 77 |
| Knapp unter 10 Euro je m² | Altenfurt Nord, Großgründlach | S. 77 |
Für die Einfamilienhausquartiere weist der Bericht darauf hin, dass die Mietdaten wegen geringer Fallzahlen weniger belastbar sind (S. 77). Stadtweit lag der Median der Kaufpreise 2024 bei 3.380 Euro je Quadratmeter für Bestandswohnungen, 6.090 Euro für Neubauwohnungen und 460.000 Euro für Reihenhäuser und Doppelhaushälften im Bestand (S. 1).
Was zeigt der Bankenbericht zum Nürnberger Wohnungsmarkt?
Laut DZ HYP, Immobilienmarkt Bayern 2025, lag die durchschnittliche Erstbezugsmiete in Nürnberg 2024 bei gut 14 Euro je Quadratmeter, der marktaktive Leerstand knapp unter 1 Prozent (S. 39 und S. 40). Weiteren Wohnraum sollen unter anderem das Quelle-Areal, Tiefes Feld, Lichtenreuth und das AEG Nordareal bringen (S. 40).
Welche Kaufnebenkosten fallen in Nürnberg an?
In Bayern gilt bei der Grunderwerbsteuer der Satz aus § 11 GrEStG von 3,5 Prozent. Dazu kommen Notar und Grundbuch nach GNotKG und gegebenenfalls eine Maklerprovision. Haben Käufer und Verkäufer den Makler gemeinsam beauftragt, teilen sie die Provision bei Wohnungen und Einfamilienhäusern nach § 656c BGB hälftig. Alle Posten erklärt die Seite Kaufnebenkosten in Bayern.
Das Beispiel geht von einem angenommenen Kaufpreis von 400.000 € aus. Notar und Grundbuch sind mit 2 Prozent angesetzt, der Käuferanteil der Maklerprovision mit 3,57 Prozent. Alle drei Werte sind Annahmen für die Rechnung.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Kaufpreis (Annahme) | 400.000 € |
| Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent | 14.000 € |
| Notar und Grundbuch (Annahme 2 Prozent) | 8.000 € |
| Makler, Käuferanteil (Annahme 3,57 Prozent) | 14.280 € |
| Nebenkosten zusammen | 36.280 € |
| mit 10 Prozent Eigenanteil am Kaufpreis | 76.280 € |
Die Nebenkosten liegen hier bei gut 9 Prozent des Kaufpreises. Banken erwarten in der Regel, dass Sie diesen Teil aus eigenen Mitteln zahlen.
Was heißt das für Ihre Finanzierung in Nürnberg?
Der Nürnberger Markt stabilisiert sich nach dem Rückgang 2022 und 2023, die Preise entwickeln sich je nach Segment unterschiedlich. Prüfen Sie vor einem Kauf den Bodenrichtwert der Zone, vergleichen Sie den Kaufpreis mit den Spannen aus dem Grundstücksmarktbericht und rechnen Sie die Nebenkosten mit 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer durch.
Wenn Sie selbst einziehen, lohnt ein Blick auf die Programme der BayernLabo. Ob Sie die Voraussetzungen erfüllen, hängt unter anderem vom Einkommen ab. Ein unabhängiger Baufinanzierer vergleicht Angebote mehrerer Banken und bindet passende Förderung ein. Ansprechpartner in Nürnberg und im Umland finden Sie unter Baufinanzierung in Nürnberg. Steuerliche Fragen klären Sie mit einem Steuerberater.
Häufige Fragen
Wo bekomme ich den Bodenrichtwert für ein Grundstück in Nürnberg?
Die Bodenrichtwerte für Nürnberg gibt das Amt für Geoinformation und Bodenordnung der Stadt heraus. Eine Einzelauskunft kostet 35 Euro je Objekt und Stichtag und lässt sich online beantragen. Wer regelmäßig Werte braucht, kann eine Online-Dauerauskunft nutzen oder die gesamte Bodenrichtwertkarte mit 9 Blättern für 350 Euro bestellen.
Wie hoch sind die Bodenrichtwerte 2026 in Nürnberg?
Die Bodenrichtwertkarte zum Stichtag 1. Januar 2026 umfasst 1.262 Zonen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser liegen die Werte zwischen 210 und 1.500 Euro je Quadratmeter, für mehrgeschossigen Wohnungsbau zwischen 570 und 3.300 Euro. Im Vergleich zu 2024 sanken die Werte für Ein- und Zweifamilienhäuser um 7 Prozent, im Geschosswohnungsbau stiegen sie um 4 Prozent.
Was kostet eine Eigentumswohnung in Nürnberg?
Laut Grundstücksmarktbericht 2025 wurden Bestandswohnungen zu Preisen zwischen 1.800 und 6.800 Euro je Quadratmeter Wohnfläche verkauft, 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Neubauwohnungen kosteten zwischen 4.600 und 9.500 Euro je Quadratmeter, ein Plus von 2 Prozent.
Was kostet der Grundstücksmarktbericht Nürnberg?
Der Grundstücksmarktbericht 2025 ist am 9. April 2026 erschienen und kostet 60 Euro, digital wie gedruckt. Bestellt wird er beim Amt für Geoinformation und Bodenordnung, online oder mit einem Bestellformular.
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Quellen und Rechtsgrundlagen
Gesetze und Programmbedingungen ändern sich. Prüfen Sie im Zweifel den dort veröffentlichten Stand.
- Stadt Nürnberg: Grundstücksmarktbericht 2025 und Bodenrichtwerte 2026
- Stadt Nürnberg, Amt für Geoinformation und Bodenordnung: Bodenrichtwerte
- Stadt Nürnberg: Wohnungsmarktbeobachtung 2025
- DZ HYP: Immobilienmarkt Bayern 2025 (Fachthemenreihe, Daten bulwiengesa und DZ BANK)
- Grunderwerbsteuergesetz, § 11 Steuersatz
- BayernLabo: Förderung für Wohneigentum in Bayern
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