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Bodenrichtwerte und Immobilienpreise in Karlsruhe 2026

Bodenrichtwert in Karlsruhe abrufen und lesen: Werte nach Lageklassen, Kauffälle nach Stadtteilen, Preise für Bauland, Häuser und Wohnungen 2025.

Redaktion RatgeberBaufiAktualisiert am 7 Minuten Lesezeit

Inhalt
  1. Wer ermittelt die Bodenrichtwerte in Karlsruhe?
  2. Wie rufen Sie den Bodenrichtwert in Karlsruhe ab?
  3. Worauf sollten Sie beim Lesen des Richtwerts achten?
  4. Wo wurde 2025 in Karlsruhe am meisten gekauft?
  5. Was kosten Bauland, Häuser und Wohnungen?
  6. Welche Kaufnebenkosten fallen in Karlsruhe an?
  7. Was heißt das für Ihre Finanzierung in Karlsruhe?

Den Bodenrichtwert für ein Grundstück in Karlsruhe sehen Sie im Geoportal der Stadt, aktuell zum Stichtag 1. Januar 2026. Laut Immobilienmarktbericht 2025 des Gutachterausschusses kostete ein Bauplatz für ein Ein- oder Zweifamilienhaus in guter Lage 2025 im Schnitt 890 Euro je Quadratmeter, ein gebrauchtes Einfamilienhaus rund 670.000 Euro (S. 12, S. 29). Die Zahl der Kauffälle stieg um zwölf Prozent auf 2.578 (S. 12).

Wer ermittelt die Bodenrichtwerte in Karlsruhe?

Zuständig ist der Gutachterausschuss für die Ermittlung von Grundstückswerten und sonstige Wertermittlungen in Karlsruhe. Seine Geschäftsstelle ist bei der städtischen Grundstücksbewertungsstelle angesiedelt. Der Ausschuss führt die Kaufpreissammlung, wertet sie aus und leitet daraus die Bodenrichtwerte ab, also durchschnittliche Lagewerte für den Boden (S. 8).

Die Werte zum Stichtag 1. Januar 2026 hat der Gutachterausschuss am 16. Juni 2026 beschlossen. Neu ist die Grundlage: Im Frühjahr 2026 wurde das Projekt Lagewertverfahren Karlsruhe Wohnen 2.0 abgeschlossen. Es war nötig, weil es in Wohngebieten kaum noch Verkäufe unbebauter Grundstücke gibt (S. 8). Die Ergebnisse fließen in die Bodenrichtwerte 2026 ein (S. 18).

Wie rufen Sie den Bodenrichtwert in Karlsruhe ab?

Es gibt mehrere Wege, je nach Zweck:

  1. Online: Die Bodenrichtwerte 2026 sind im Wertermittlungsinformationssystem des Gutachterausschusses im Geoportal Karlsruhe eingestellt. Dort finden Sie auch die Lagewertkarte.
  2. Telefonisch oder vor Ort: Vom 1. bis 28. Juli 2026 konnte jeder die Werte bei der Geschäftsstelle einsehen, bis zu fünf mündliche Auskünfte waren gebührenfrei.
  3. Schriftlich: Eine schriftliche Bodenrichtwertauskunft kostet 35 Euro.
  4. Für die Grundsteuer: Hier gelten die Werte zum 1. Januar 2022, die über BORIS-BW abrufbar sind. Rückwirkende Anpassungen hat der Ausschuss 2026 nicht vorgenommen.

Achten Sie darauf, welchen Stichtag Sie gerade sehen. Für eine Kaufentscheidung zählt der aktuelle Wert, nicht der Grundsteuerwert.

Worauf sollten Sie beim Lesen des Richtwerts achten?

Karlsruhe teilt die Wohnlagen in Lageklassen ein. In der Lagewertkarte ist die hochwertigste Lage mit der Schlüsselzahl 9 rot markiert, es folgen 7 grün, 5 blau und 3 orange (S. 18). Eine aktualisierte Lagewertkarte war für Mitte 2026 angekündigt (S. 18).

Der Richtwert gilt für ein gedachtes Musterstück mit bestimmten Merkmalen. Bei Mehrfamilienhausgrundstücken ist er auf eine wertrelevante Geschossflächenzahl bezogen, im Bericht auf 1,5 (S. 23). Bei Ein- und Zweifamilienhäusern hängt der Wert nicht unmittelbar von der Bebauung ab, dafür von Grundstückstiefe und Größe (S. 20). Weicht Ihr Grundstück ab, arbeiten Gutachter mit Umrechnungskoeffizienten.

Einen Anhalt für die Höhe geben die durchschnittlichen Bodenrichtwertniveaus, fortgeschrieben auf den 1. Januar 2026 (S. 21, S. 23):

Grundstückstyp Mäßige Lage Mittlere Lage Gute Lage Sehr gute Lage
Ein- und Zweifamilienhaus, Median 470 € 610 € 720 € 960 €
Ein- und Zweifamilienhaus, Spanne 420 bis 500 € 390 bis 780 € 600 bis 880 € 870 bis 1.120 €
Mehrfamilienhaus, WGFZ 1,5, Median 680 € 850 € 900 € 990 €

Alle Werte gelten je Quadratmeter erschließungsbeitragsfreies Bauland. Den Wert für Ihre Zone lesen Sie im Geoportal ab.

Wo wurde 2025 in Karlsruhe am meisten gekauft?

Preise je Stadtteil druckt der Bericht nicht ab, wohl aber die Zahl der Verkäufe. Die Tabelle zeigt bebaute Grundstücke und Wohnungs- oder Teileigentum im Jahr 2025 (S. 16):

Stadtteil Bebaute Grundstücke Wohnungs-/Teileigentum Umsatz Wohnungen in Mio. €
Innenstadt-Ost 7 26 5,36
Innenstadt-West 15 68 20,54
Südstadt 12 96 26,56
Südweststadt 23 154 50,46
Weststadt 20 198 58,72
Nordweststadt 34 45 12,87
Oststadt 21 112 27,94
Mühlburg 23 100 25,71
Daxlanden 33 48 18,26
Knielingen 50 37 10,06
Grünwinkel 39 18 3,43
Oberreut 8 36 7,21
Beiertheim-Bulach 16 47 12,45
Weiherfeld-Dammerstock 20 20 6,47
Rüppurr 39 31 8,58
Waldstadt 29 95 22,77
Rintheim 11 13 3,48
Hagsfeld 32 37 7,16
Alt Durlach mit Dornwald-Untermühl 23 108 27,73
Durlach Hanggebiet mit Bergwald 33 56 14,92
Durlach-Aue mit Lohn-Lissen 21 56 12,61
Durlach-Killisfeld 6 1 keine Angabe
Grötzingen 42 50 13,47
Stupferich 10 10 2,85
Hohenwettersbach 10 5 1,55
Wolfartsweier 8 44 14,13
Grünwettersbach 28 6 1,27
Palmbach 6 2 keine Angabe
Neureut 68 90 18,22
Nordstadt 4 33 10,53

Wohnungen wechselten vor allem in der Weststadt, der Südweststadt und der Oststadt den Besitzer, Häuser in Neureut und Knielingen. Für Weiterverkäufe von Eigentumswohnungen konnte der Gutachterausschuss Wertunterschiede aufgrund unterschiedlicher Lagen im Grundsatz nicht feststellen (S. 49). Entscheidend sind dort eher Baujahr, Zustand und Größe.

Was kosten Bauland, Häuser und Wohnungen?

Für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke wertete der Gutachterausschuss 2025 normierte Verkäufe nach Lage aus (S. 20):

Lage Kaufpreis je m², Median Verkäufe
Mittlere Lage 660 € 17
Gute Lage 890 € 21
Sehr gute Lage 1.210 € 5

Bei bebauten Grundstücken nennt der Bericht Vergleichswerte für typische Objekte: rund 670.000 Euro für ein gebrauchtes Ein- oder Zweifamilienhaus und rund 630.000 Euro für ein Doppel- oder Reihenendhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche, modifiziertem Baujahr 1995 und 330 Quadratmetern Grundstück (S. 29, S. 32). Doppel- und Reihenendhäuser erzielten im Median 4.470 Euro je Quadratmeter Wohnfläche in mittlerer und 4.830 Euro in guter Lage (S. 32).

Neue Eigentumswohnungen kosteten 2025 zwischen 4.680 und 7.650 Euro je Quadratmeter, bei 80 ausgewerteten Verkäufen (S. 47). Im Mittel lagen Erstverkäufe in mittlerer und guter Lage bei 5.840 Euro, Weiterverkäufe bei 3.830 Euro (S. 12). Für das erste Halbjahr 2026 erwartet der Gutachterausschuss bei Wohnungseigentum und individueller Bauweise einen leichten Preisanstieg (S. 95).

Welche Kaufnebenkosten fallen in Karlsruhe an?

In Baden-Württemberg beträgt die Grunderwerbsteuer 5,0 Prozent des Kaufpreises. Dazu kommen Notar und Grundbuch nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und gegebenenfalls ein Makler. Bei gemeinsamer Beauftragung teilen Käufer und Verkäufer die Provision bei Wohnungen und Einfamilienhäusern nach § 656c BGB hälftig. Die Posten erklärt die Seite Kaufnebenkosten in Baden-Württemberg.

Das Beispiel geht von der gebrauchten 80-Quadratmeter-Wohnung aus dem Bericht aus. Notar und Grundbuch sind mit 2 Prozent angenommen, der Käuferanteil der Maklerprovision mit 3,57 Prozent. Beides sind Annahmen für das Beispiel.

Posten Betrag
Kaufpreis 80 m², Baujahr 1950 bis 1974 (S. 49) 266.000 €
Grunderwerbsteuer 5,0 Prozent 13.300 €
Notar und Grundbuch (Annahme 2 Prozent) 5.320 €
Makler, Käuferanteil (Annahme 3,57 Prozent) 9.496 €
Nebenkosten zusammen 28.116 €
mit 10 Prozent Eigenanteil am Kaufpreis 54.716 €

Die Nebenkosten liegen hier bei gut 10 Prozent des Kaufpreises. Banken erwarten meist, dass Sie diesen Teil aus eigenen Mitteln zahlen. Für Förderprogramme des Landes ist die L-Bank zuständig.

Was heißt das für Ihre Finanzierung in Karlsruhe?

Prüfen Sie vor einem Angebot drei Dinge: den Bodenrichtwert und die Lageklasse im Geoportal, die Vergleichswerte aus dem Marktbericht und die Nebenkosten mit 5,0 Prozent Grunderwerbsteuer. So sehen Sie, ob der Preis zur Lage passt und ob Ihr Eigenkapital reicht.

Ein unabhängiger Baufinanzierer vergleicht Angebote mehrerer Banken und prüft Förderwege. Ansprechpartner in der Stadt und im Umland finden Sie unter Baufinanzierung in Karlsruhe. Steuerliche Fragen klären Sie mit einem Steuerberater.

Häufige Fragen

Wo sehe ich den Bodenrichtwert für ein Grundstück in Karlsruhe?

Die Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2026 stehen im Wertermittlungsinformationssystem des Gutachterausschusses im Geoportal Karlsruhe. Eine schriftliche Bodenrichtwertauskunft kostet 35 Euro.

Was kostet Bauland für ein Einfamilienhaus in Karlsruhe?

Für ein Grundstück zum Bau eines Ein- oder Zweifamilienhauses in guter Lage wurden 2025 im Schnitt 890 Euro je Quadratmeter bezahlt (S. 12). Das durchschnittliche Bodenrichtwertniveau in guter Lage liegt bei 720 Euro, in sehr guter Lage bei 960 Euro je Quadratmeter (S. 21).

Was kostet ein gebrauchtes Haus in Karlsruhe?

Der Gutachterausschuss nennt für ein gebrauchtes Ein- oder Zweifamilienhaus rund 670.000 Euro. Grundlage sind ein Bodenrichtwert von 700 Euro, 180 Quadratmeter Wohnfläche, das modifizierte Baujahr 1975 und 550 Quadratmeter Grundstück (S. 29).

Was kostet eine Eigentumswohnung in Karlsruhe?

Eigentumswohnungen in mittlerer und guter Lage kosten im Erstverkauf durchschnittlich 5.840 Euro je Quadratmeter, im Weiterverkauf 3.830 Euro (S. 12). Für eine gebrauchte Wohnung mit 80 Quadratmetern aus den Baujahren 1950 bis 1974 nennt der Bericht rund 266.000 Euro (S. 49).

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Quellen und Rechtsgrundlagen

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