Kaufnebenkosten in Thüringen

In Thüringen beträgt die Grunderwerbsteuer 5 Prozent des Kaufpreises. Zusammen mit Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler kommen beim Kauf einer Immobilie meist 7 bis 10,6 Prozent zum Kaufpreis hinzu. Stand 30. September 2026.

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Im Durchschnitt rund 2 Prozent des Kaufpreises.

Thüringen ist eines der wenigen Länder, die ihren Grunderwerbsteuersatz gesenkt haben. Seit Anfang 2024 zahlen Käufer hier 5 statt 6,5 Prozent. Für eine Familie, die in Erfurt, Jena, Weimar oder auf dem Land ein Haus kauft, macht das einen spürbaren Unterschied. Die übrigen Nebenkosten bleiben allerdings bestehen, und auch sie wollen eingeplant sein.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Thüringen?

Der Satz beträgt 5 Prozent. Grundlage ist das Thüringer Gesetz über die Bestimmung des Steuersatzes bei der Grunderwerbsteuer. Mit dem Zweiten Änderungsgesetz vom 22. September 2023 hat der Landtag den Satz von 6,5 auf 5,0 vom Hundert gesenkt. Die Änderung ist am 1. Januar 2024 in Kraft getreten. Die Steuer selbst regelt das Grunderwerbsteuergesetz des Bundes.

Rechenbeispiel: Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro beträgt die Grunderwerbsteuer in Thüringen 15.000 Euro. Nach dem alten Satz wären es 19.500 Euro gewesen.

Sobald der Kaufvertrag wirksam ist, meldet der Notar ihn dem Finanzamt. Sie erhalten einen Bescheid und zahlen die Steuer. Danach stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, ohne die das Grundbuchamt die Eigentumsumschreibung nicht vornimmt.

Was kosten Notar und Grundbuch in Thüringen?

Notare und Grundbuchämter berechnen ihre Gebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Es gilt in allen Bundesländern gleich, Unterschiede zwischen Thüringen und anderen Ländern gibt es nicht. Die Höhe hängt vom Kaufpreis und von der Grundschuld ab, die für die finanzierende Bank eingetragen wird.

Als Richtwert gelten rund 2 Prozent des Kaufpreises für Notar und Grundbuch zusammen. Bei 300.000 Euro sind das etwa 6.000 Euro.

Wer zahlt die Maklerprovision?

Ist ein Makler für Käufer und Verkäufer tätig, gilt beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern durch Verbraucher die Halbteilung nach § 656c BGB. Beide Seiten tragen die Provision zu gleichen Teilen. Die Höhe der Provision legt das Gesetz nicht fest. Kaufen Sie privat ohne Makler, entfällt dieser Posten.

Wie viel Eigenkapital brauchen Sie für die Nebenkosten?

Für Steuer, Notar und Grundbuch kommen in unserem Beispiel rund 21.000 Euro zusammen. Banken erwarten üblicherweise, dass Sie diese Kosten selbst tragen. Sie finanzieren in erster Linie den Wert der Immobilie, und die Nebenkosten steigern diesen Wert nicht. Eine Finanzierung über den Kaufpreis hinaus ist möglich, wird aber meist nur bei sehr guter Bonität angeboten.

Durch die Senkung der Grunderwerbsteuer ist der Eigenkapitalbedarf in Thüringen gesunken. Bei 300.000 Euro Kaufpreis brauchen Sie 4.500 Euro weniger als vor 2024.

Welche Förderung gibt es in Thüringen?

Die Förderbank des Freistaats ist die Thüringer Aufbaubank in Erfurt. Sie ist für die Wohnraumförderung zuständig und informiert über Programme, die den Erwerb, den Bau oder die Modernisierung von Wohneigentum unterstützen können. Welche Programme aktuell angeboten werden und welche Voraussetzungen gelten, erfahren Sie direkt bei der Aufbaubank. Zusätzlich kommen bundesweite Programme der KfW in Frage. Wichtig ist der Zeitpunkt: Bei vielen Programmen muss der Antrag vor dem Abschluss des Kaufvertrags gestellt werden. Planen Sie das Gespräch mit der Förderbank deshalb parallel zur Suche nach der passenden Immobilie ein.

Wo lässt sich noch sparen?

Bewegliche Gegenstände, die Sie zusammen mit dem Haus oder der Wohnung kaufen, gehören nicht zur Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer. Dazu zählen etwa die Einbauküche, Möbel, eine Markise oder ein Gartenhaus ohne festes Fundament. Weisen Sie diese mit realistischem Wert gesondert im Kaufvertrag aus, sinkt die Steuer. Bei 8.000 Euro Inventar sparen Sie in Thüringen 400 Euro.

Bitte beachten Sie die Grenzen:

  • Angesetzt werden darf nur der tatsächliche Zeitwert.
  • Das Finanzamt prüft ungewöhnlich hohe Beträge und kann Nachweise verlangen.
  • Fest mit dem Gebäude verbundene Teile wie Heizung oder Sanitäranlagen bleiben steuerpflichtig.

Bei Neubauten kann ein vom Hausbau getrennter Grundstückskauf die Steuer auf den Grundstückspreis beschränken. Hängen Grundstück und Bauvertrag aber eng zusammen, wertet das Finanzamt beides als ein Geschäft.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Thüringen?

Seit dem 1. Januar 2024 beträgt die Grunderwerbsteuer in Thüringen 5 Prozent. Zuvor lag der Satz bei 6,5 Prozent.

Wie hoch sind die Notarkosten beim Hauskauf in Thüringen?

Notar und Grundbuchamt rechnen nach dem bundesweit geltenden Gerichts- und Notarkostengesetz ab. Für beides zusammen gelten rund 2 Prozent des Kaufpreises als Richtwert, bei 300.000 Euro etwa 6.000 Euro.

Kann man die Grunderwerbsteuer in Thüringen sparen?

Ja, wenn Sie bewegliches Inventar wie eine Einbauküche mit realistischem Wert gesondert im Kaufvertrag ausweisen. Dieser Anteil bleibt steuerfrei. Das Finanzamt kann die Werte überprüfen.

Gibt es in Thüringen eine Förderung für den Hauskauf?

Die Thüringer Aufbaubank ist die Förderbank des Freistaats und informiert über Programme rund um Wohneigentum. Die aktuellen Bedingungen sollten Sie vor dem Kauf dort prüfen.

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