In Sachsen-Anhalt sind Immobilien vielerorts noch vergleichsweise günstig, von Magdeburg und Halle abgesehen. Das macht das Land für Eigennutzer und Familien interessant. Bei aller Freude über moderate Kaufpreise sollten Sie die Nebenkosten nicht unterschätzen: Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch sind auch hier fällig, und zwar unabhängig davon, wie viel Eigenkapital Sie mitbringen.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Sachsen-Anhalt?
Der Satz beträgt 5 Prozent und gilt seit dem 1. März 2012. Sachsen-Anhalt liegt damit auf demselben Niveau wie mehrere andere Länder und unterhalb der Spitzenwerte von 6,5 Prozent. Die Grundlage bildet das Grunderwerbsteuergesetz des Bundes. Den konkreten Satz legt das Land per Landesgesetz fest. Er gilt einheitlich in allen Städten und Gemeinden.
Rechenbeispiel: Für eine Immobilie mit einem Kaufpreis von 300.000 Euro werden 15.000 Euro Grunderwerbsteuer fällig.
Die Steuer wird mit dem Kaufvertrag ausgelöst. Der Notar informiert das Finanzamt, das Ihnen anschließend den Bescheid zustellt. Sobald Sie gezahlt haben, erteilt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung. Erst dann kann das Grundbuchamt Sie als Eigentümer eintragen.
Was kosten Notar und Grundbuchamt?
Für Notar und Grundbuch gelten in ganz Deutschland dieselben Gebühren. Grundlage ist das Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Entscheidend ist der Geschäftswert, also im Wesentlichen der Kaufpreis und der Betrag der Grundschuld.
Ein bewährter Richtwert sind rund 2 Prozent des Kaufpreises für beide Posten zusammen. Bei 300.000 Euro ergibt das etwa 6.000 Euro. Bei niedrigeren Kaufpreisen sinken die Gebühren, allerdings nicht ganz im selben Verhältnis, weil die Gebührentabelle degressiv verläuft.
Wie wird der Makler bezahlt?
Wird ein Makler für Käufer und Verkäufer tätig, schreibt § 656c BGB beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern durch Verbraucher eine Teilung zu gleichen Teilen vor. Vereinbarungen, nach denen Sie mehr zahlen sollen als der Verkäufer, sind in diesem Fall unwirksam. Die Höhe der Provision ist nicht gesetzlich festgelegt.
Was zahlt die Bank, was zahlen Sie?
Rechnen Sie Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch zusammen, kommen Sie bei 300.000 Euro auf etwa 21.000 Euro. Diesen Betrag sollten Sie in der Regel aus eigenen Mitteln aufbringen. Die Bank orientiert sich bei der Darlehenshöhe am Wert der Immobilie, die Nebenkosten zählen dazu nicht. Manche Institute finanzieren dennoch mehr als den Kaufpreis, verlangen dann aber ein sicheres Einkommen und prüfen die Haushaltsrechnung besonders sorgfältig.
Bei günstigeren Objekten, wie sie in vielen Regionen des Landes zu finden sind, fallen auch die Nebenkosten absolut niedriger aus. Das erleichtert es, sie vollständig aus Erspartem zu bezahlen.
Welche Förderung bietet Sachsen-Anhalt?
Die Förderbank des Landes ist die Investitionsbank Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Sie ist zuständig für die Wohnraumförderung und informiert über Programme, die beim Erwerb, Bau oder bei der Modernisierung von Wohneigentum unterstützen können. Ob gerade ein Programm für den Kauf einer selbst genutzten Immobilie angeboten wird und welche Voraussetzungen gelten, erfahren Sie direkt bei der Investitionsbank. Daneben kommen bundesweite Programme der KfW in Frage. Klären Sie früh, ob ein Antrag vor dem Notartermin gestellt werden muss. Bei vielen Förderprogrammen ist das eine Voraussetzung, und ein bereits unterschriebener Kaufvertrag schließt die Förderung dann aus.
Wie können Sie sparen?
Die Grunderwerbsteuer bezieht sich nur auf das Grundstück mit seinen festen Bestandteilen. Bewegliche Sachen, die Sie mitkaufen, gehören nicht dazu. Das sind zum Beispiel die Einbauküche, Möbel, eine Markise oder ein frei stehendes Gartenhaus. Stehen diese Gegenstände mit realistischem Wert gesondert im Kaufvertrag, sinkt die Steuer. Bei 6.000 Euro Inventar sparen Sie 300 Euro.
Folgende Grenzen sollten Sie kennen:
- Der Wert muss dem tatsächlichen Zeitwert entsprechen.
- Das Finanzamt kann Nachweise anfordern und die Aufteilung ändern.
- Feste Einbauten wie Heizung, Bäder oder Fenster sind immer Teil des Gebäudes.
Wer ein Grundstück kauft und später unabhängig davon baut, zahlt die Grunderwerbsteuer unter Umständen nur auf den Grundstückspreis. Sind Kauf und Bau dagegen eng verknüpft, besteuert das Finanzamt beides zusammen. Ohne Makler entfällt außerdem die Provision.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Sachsen-Anhalt?
In Sachsen-Anhalt beträgt die Grunderwerbsteuer 5 Prozent des Kaufpreises. Der Satz gilt seit dem 1. März 2012.
Wie hoch sind die Notarkosten beim Hauskauf in Sachsen-Anhalt?
Notar und Grundbuchamt berechnen ihre Gebühren nach dem bundesweit einheitlichen Gerichts- und Notarkostengesetz. Zusammen sind rund 2 Prozent des Kaufpreises ein guter Richtwert, bei 300.000 Euro etwa 6.000 Euro.
Kann man die Grunderwerbsteuer in Sachsen-Anhalt sparen?
Bewegliches Inventar wie Einbauküche oder Möbel können Sie mit realistischem Wert gesondert im Kaufvertrag aufführen. Auf diesen Anteil fällt keine Grunderwerbsteuer an, das Finanzamt kann die Werte aber prüfen.
Gibt es in Sachsen-Anhalt eine Förderung für den Hauskauf?
Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt ist die Förderbank des Landes und informiert über Programme zum Wohneigentum. Ob ein Programm für Sie passt, sollten Sie vor dem Kauf klären.
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