Im Berliner Umland, in Potsdam und entlang der Bahnstrecken wird viel gebaut und gekauft. Wer in Brandenburg Eigentum erwirbt, trifft allerdings auf einen der höchsten Grunderwerbsteuersätze in Deutschland. Umso wichtiger ist es, die Kaufnebenkosten von Anfang an richtig einzuplanen. Hier finden Sie die einzelnen Posten mit einem Rechenbeispiel.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Brandenburg?
Nach dem Brandenburger Gesetz über die Festsetzung des Steuersatzes für die Grunderwerbsteuer beträgt der Satz 6,5 Prozent. Er gilt für Erwerbsvorgänge, die ab dem 1. Juli 2015 verwirklicht werden. Vorher lag er bei 5 Prozent. Damit gehört Brandenburg zu den Ländern mit dem höchsten Satz.
Gerechnet wird mit der Gegenleistung, in den meisten Fällen also mit dem Kaufpreis. Kaufen Sie zum Beispiel ein Einfamilienhaus in Falkensee oder Cottbus für 300.000 Euro, zahlen Sie 19.500 Euro Grunderwerbsteuer. Gegenüber Berlin mit 6 Prozent sind das bei diesem Preis 1.500 Euro mehr. Wer zwischen Stadtrand und Umland abwägt, sollte das in die Rechnung einbeziehen.
Das Finanzamt setzt die Steuer per Bescheid fest. Erst wenn sie bezahlt ist, stellt es die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus, und Sie können als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen werden.
Was kosten Notar und Grundbuch?
Notar und Grundbuchamt berechnen ihre Gebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), das in allen Ländern gleich gilt. Für beide zusammen können Sie mit rund 2 Prozent des Kaufpreises rechnen. Bei 300.000 Euro sind das etwa 6.000 Euro.
Kaufen Sie ein Baugrundstück und bauen anschließend, entstehen Notarkosten für den Grundstückskauf und gegebenenfalls weitere Kosten für die Grundschuld. Bei Kauf vom Bauträger wird dagegen meist ein einziger Vertrag beurkundet.
Was gilt für die Maklerprovision?
Für Wohnungen und Einfamilienhäuser ist die Halbteilung nach § 656c BGB maßgeblich. Ein Makler, der für beide Seiten arbeitet, darf von Käufer und Verkäufer nur gleich viel verlangen. Hat der Verkäufer ihn allein beauftragt, darf er Ihnen höchstens die Hälfte der Provision weiterberechnen.
Die Provision ist Verhandlungssache. Ihren Anteil als Käufer finden Sie im Exposé.
Was übernimmt die Bank?
Für die Bank zählt, was die Immobilie als Sicherheit wert ist. Nebenkosten fließen nicht in diesen Wert ein. Banken erwarten deshalb in der Regel, dass Sie zumindest Grunderwerbsteuer, Notar und Makler aus Eigenkapital bezahlen. Bei 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer ist dieser Eigenanteil in Brandenburg vergleichsweise hoch.
Bauen Sie neu, kommen häufig weitere Kosten hinzu, etwa für Hausanschlüsse oder Vermessung. Auch diese sollten im Finanzierungsplan stehen.
Wie hoch sind die Nebenkosten in Brandenburg zusammen?
Für ein Haus zu 300.000 Euro kommen 19.500 Euro Grunderwerbsteuer und rund 6.000 Euro für Notar und Grundbuch zusammen. Das sind etwa 25.500 Euro oder rund 8,5 Prozent des Kaufpreises, ein Makler ist darin noch nicht enthalten. Damit gehören die Kaufnebenkosten in Brandenburg zu den höchsten in Deutschland. Wer sein Eigenkapital knapp kalkuliert, merkt das schnell. Rechnen Sie deshalb früh nach, ob Ihre Ersparnisse die Nebenkosten vollständig abdecken, und planen Sie eine Reserve für unerwartete Ausgaben rund um den Einzug ein.
Welche Förderung gibt es in Brandenburg?
Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) mit Sitz in Potsdam ist die Förderbank des Landes. Sie bietet Programme für den Erwerb und Bau von selbst genutztem Wohneigentum an, überwiegend in Form zinsgünstiger Darlehen. Zusätzlich gibt es die Programme der KfW. Ob und welche Förderung zu Ihrem Vorhaben passt, sollten Sie vor dem Kaufvertrag klären, weil viele Programme einen Antrag vor Vertragsabschluss voraussetzen.
Wie lassen sich Nebenkosten in Brandenburg senken?
Bei 6,5 Prozent wirkt jeder Euro, der aus der Bemessungsgrundlage herausfällt, besonders stark. Bewegliche Gegenstände wie Einbauküche, Markise, Sauna oder Gartenhaus können Sie im Kaufvertrag mit einem eigenen Preis aufführen. Auf diesen Teil zahlen Sie keine Grunderwerbsteuer. Der Wert muss aber nachvollziehbar sein, sonst setzt das Finanzamt einen niedrigeren an.
Beim Neubau gilt eine Grenze: Hängen Grundstückskauf und Bauvertrag rechtlich oder wirtschaftlich eng zusammen, kann das Finanzamt auch die Baukosten besteuern. Steuerfrei bleiben Erwerbe unter 2.500 Euro sowie Übertragungen zwischen Ehegatten und Verwandten in gerader Linie.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Brandenburg?
Die Grunderwerbsteuer in Brandenburg beträgt 6,5 Prozent. Sie gilt für Erwerbsvorgänge ab dem 1. Juli 2015. Bei 300.000 Euro Kaufpreis sind das 19.500 Euro.
Wie hoch sind die Notarkosten beim Hauskauf in Brandenburg?
Die Kosten für Notar und Grundbuch richten sich nach dem bundesweit einheitlichen GNotKG. Als Faustwert gelten rund 2 Prozent des Kaufpreises, also etwa 6.000 Euro bei 300.000 Euro.
Kann man die Grunderwerbsteuer in Brandenburg sparen?
Bewegliche Gegenstände wie Einbauküche oder Gartenhaus können Sie im Kaufvertrag getrennt ausweisen. Dieser Teil ist steuerfrei, sofern der Wert angemessen ist.
Gibt es in Brandenburg eine Förderung für den Hauskauf?
Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) fördert selbst genutztes Wohneigentum, vor allem mit zinsgünstigen Darlehen. Lassen Sie die Voraussetzungen vor dem Kauf prüfen.
Fragen? Jetzt Experten kostenlos fragen
Schildern Sie Ihr Anliegen in drei kurzen Schritten. Ein Experte meldet sich innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen.
Kostenlos Experten fragen- Ein Experte meldet sich innerhalb von 24 Stunden
- Keine Werbeanrufe
- Kein Einfluss auf Ihre Schufa